Bergparade Drucken
Bergparade, Freiberg 2008
Autor: Ines Aderhold
Heute ist die "Freiberger Berg- und Hüttenparade" durch die Aufzüge der Berg- und Hüttenleute, durch die Teilnahme der Vereinsmitglieder zu vielen Traditionsveranstaltungen im In- und Ausland aber auch durch zahlreiche Publikationen und Druckerzeugnisse über die Grenzen des Erzgebirges bekannt geworden. Diese Aufzüge wurden im Laufe der Jahrhunderte unterschiedlich durchgeführt. Nicht nur die Tracht der Berg- und Hüttenleute löste man durch die Uniform ab, auch letztere selbst wurde einige Male geändert. Aufbau, Marschfolge, Anlaß und Teilnehmerzahlen waren unterschiedlich. So zogen in den vielen Jahren des Bergbaus Aufzüge und Paraden mit 100 Teilnehmern ebenso wie mit 3000 und mehr auf. Es gab solche, die nur vom Bergbau oder nur vom Hüttenwesen durchgeführt wurden, und solche, an denen neben den Freiberger Berg- und Hüttenleuten die aus den anderen Bergrevieren des Erzgebirges teilnahmen. Auch die Struktur war nie konstant. Die Anzahl der beteiligten Beamten und Officianten, Häuer oder Schmelzer hing von der Bedeutung der Paraden ab. Die Größe der Abteilungen schwankte zwischen 16 und 48, wobei fast immer in Reihen zu 4 (seltener zu 3, 6 oder 8) Mann marschiert wurde. Die Anzahl der mitgeführten Fahnen und der teilnehmenden Beamten zu Pferd war unterschiedlich, und von der Größe der Paraden war abhängig, wieviele Bergkapellen mitwirkten.

Die Paraden und Aufzüge "dienten und dienen der öffentlichen repräsentativen Darstellung einer Gemeinschaft oder Körperschaft zu feierlichen Höhepunkten - mitunter waren auch Protestaufzüge eingeschlossen, um die Abstellung von Mißbräuchen zu erkämpfen. Bei einer Bergparade handelt es sich um eine Sonderform des Aufzuges, bei der an hochgestellten Persönlichkeiten vorbeimarschiert wird" bzw. die für hochgestellte Persönlichkeiten veranstaltet wird. Paraden der im Berg- und Hüttenwesen Beschäftigten hatten über mehrere Jahrhunderte einen festen Platz im Leben der Bergstadt Freiberg, die mit dem Standort des Sächsischen Oberbergamtes, das Zentrum des Bergbaus im Erzgebirge bildete und mit der Gründung der Bergakademie ein wichtiger Standort des Montanwesens in der Welt wurde. Zu den Knappschaftsfesten, Huldigungsfeiern, Streittagen und bei der Diensteinführung oder dem Tod hoher Bergbeamter sowie an städtischen oder kirchlichen Festtagen wurden diese Veranstaltungen durchgeführt.