Bergschmied Drucken
Bergschmiede auf der Reichen Zeche zum Tag ...
Autor : Ines Aderhold
Neben dem Bergschmied gab es diesen auch im Hüttenwesen, dort hieß er natürlich Hüttenschmied. In der Bekleidung gab es in den Vorschriften keinen Unterschiede, nur an der Revierfarbe konnte man erkennen, ob der Schmied zum Berg- oder zum Hüttenwesen gehörte. Die Freiberger Bergschmiede gehörten zum Bergamt Freiberg - Revierfarbe scharlachrot. Ihre Hauptaufgabe war es, das Werkzeug der im Bergbau Beschäftigten zu regenerieren. Doch auch alle anderen Teile aus Metall, die im Umfeld des Bergbaus und des Hüttenwesens benötigt wurden, stellte der Bergschmied her. Um 1560 gehörten folgende Teile zur Meisterprüfung:
  • einen Krayl und
  • eine Kratze herstellen,
  • einen Bergkübel beschlagen,
  • eine große Wasser- oder Bergkanne beschlagen.

Die Bergschmiede im Freiberger Revier bildeten über viele Jahrhunderte eine eigenen Knappschaft.

Uniform nach Vorschrift von 1768

  • Sieben Zoll hoher schwarzer Schachthut, vorn eine 2 Zoll große runde grün/weiße sächsische Kokarde (die äußere und die innere Lage ist weiß). Der Umfang des Hutes ist oben und unten gleich, er wird vom Kopfumfang des Trägers bestimmt. Das Hutmaterial ist glatter Filz.
  • Schwarze Kragenbinde, dazu wurde schwarzes Roßhaar auf weiches Leder aufgenäht, oder schwarzes, glänzendes Halstuch.
  • Weiße Leinenschachtjacke (Schmiedehemd) mit rundem, großen, schwarzen Schulterkragen, der mit goldener Spitze abgesetzt ist. Die Jacke wird durch neun bis zwölf je einen Zoll großen, glatten, erhabenen Messingknöpfen geschlossen. Die Brustpatten, der Stehkragen und die Ärmelaufschläge sind aus samtartigen Stoff. Auf den Brustpatten befinden sich fünf, auf den Ärmelaufschlägen je vier glatte 5/8 Zoll große Knöpfe. Die Jacke wird in die Hose gezogen. Ärmelaufschläge und Stehkragen sind in der festgelegten Revierfarbe gestaltet (Bergamt Freiberg ist rot).
  • Lohgegerbtes, nur teilweise beschnittenes Leder, welches als Schürze umgebunden wird, als Gurt dient ein einfacher Faden. Das Leder ist auf der Vorderseite schwarz eingefärbt.
  • Die weißen Kniebundhosen haben keine Taschen und der Verschluß befindet sich an der Seite. Erst ab 1865 wurden lange weiße Hosen getragen, die Freiberger laufen nach Vorschriften, die 1855 galten, wobei die Hosen aber Taschen und einen Hosenschlitz haben.
  • Weiße Strickstrümpfe.
  • Schwarze Schnallenschuhe
  • Schmiedehammer (Silberfarbig) an einem langen Holzstiehl als Paradegezäh und Froschlampe als Geleucht. Die Paradefroschlampe war größer als die, die der Bergmann zur Arbeit benutzte.