Familien Drucken

Obwohl sich im "Freiberger Land", bestimmt auch durch den Einfluß des Berg- und Hüttenwesens, eine eigenständige Tracht für Männer und Frauen, wie in vielen anderen Gegenden Deutschlands, nicht herausgebildet hat, wollten wir Vereinsmitglieder der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenparade in anderen Regionen zeigen, wie sich unsere Vorfahren gekleidet haben.

Anläßlich des 1. Tag der Sachsen, der 1992 in Freiberg stattfand, setzte unser Verein diese Idee um. Innerhalb des Festumzuges zeigten wir in einem Bild, in welcher Kleidung, Familien unserer Bergstadt Freiberg an Sonn- und Feiertagen und zu städtischen Festen um 1850 gekleidet waren. Dazu wurde innerhalb des Vereins eine Frauen- und später eine Kindergruppe aufgebaut. Heute marschieren die Frauen mit "ihren" Männern und Kindern zu Heimatfesten und anderen Feierlichkeiten in der Kleidung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Für die Kinder wurde dabei eine Kleidung geschneidert, die Eduard Heuchler (Zeichenlehrer der Bergakademie) auf vielen Bildern festgehalten hat, wenn er Jugendliche im Arbeitsprozeß oder zu Hause darstellte. Viele Anfragen der Zuschauer haben gezeigt, daß wir mit unserer Idee richtig lagen.

 

Bekleidung der Frauen

Die Frauen tragen eine Tracht, deren Vorschriften aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammen. Dabei trägt die Frau des Beamten natürlich eine wertvollere Kleidung als die des Häuers. Es handelt sich bei allen Kleidern um die jeweilige Festbekleidung. Eine typische Tracht der Frauen im Erzgebirge bzw. der Bergmanns- oder Hüttenmannsfrau gab es nicht.

Die Männer tragen beim Auftritt ihre historische Uniform und die Kinder ihre saubere Arbeitskleidung, mit der sie auch zum Aufzug bekleidet sind.

 

Bekleidung der Kinder

Kinder durften zur aktiven Zeit des Bergbaus nur in Ausnahmefällen an der Parade oder am Aufzug teilnehmen. Dies geschah zum Beispiel dann, wenn dem Landesherren ein Geschenk übergeben werden oder wenn ein Loblied vorgetragen werden sollte. Welche Kleidung die Kinder dabei trugen ist leider nicht überliefert. Die Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft ist mit der Teilnahme der Kindergruppe an den Aufzügen von der Tradition abgewichen. Das Ziel ist dabei, Kinder an das schöne und interessante Hobby heranzuführen. Heute sind es die jüngsten Uniformträger unter den Männern, die noch vor wenigen Jahren in der Kindergruppe angefangen haben.

Die Bekleidung der Kinder besteht aus einem schwarzen Schachtkittel, wie ihn Jugendliche tragen mußten, wenn sie mit der Lehre im Bergbau begannen. Dazu werden schwarze lange Hosen getragen. Schwarze Schuhe vervollständigen die Beinbekleidung. Auf dem Kopf tragen die Kinder einen schwarzen Krempenhut, wie ihn auch der Bergmann zu seiner Arbeitskleidung trug. Der Hammer in der Hand der Kinder soll die Verbindung zum "Klaubejungen" ausdrücken. Als Klaubejungen wurden die Jugendlichen bezeichnet, die in den Scheidebänken der Gruben ihre Lehre zum Häuer begannen.