Die Knappschaft in Lajeado (Rio Grande do Sul) Drucken

In unserer Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft hat es sich nun schon zur Tradition entwickelt, mit den Ehepartnern schöne und interessante Reise zu unternehmen. Nach dem die Vereinsmitglieder New York, Norwegen und Südengland besuchten, war im November 2004 Südbrasilien für 102 Teilnehmer das Ziel.

Alle Mitreisenden schwärmen noch lange von der herzlichen Aufnahme, mit der sie im Hotel und auf den Straßen Lajeados begrüßt wurden. Es war schon ein sonderbares, zu Herzen gehendes Gefühl, als aus brasilianischen Kehlen die Freiberger Hymne, das Glück-Auf-Lied erklang. Diese Herzlichkeit spürten die Reiseteilnehmer auch am zweiten Tag, bei dem „Paradegang“ durch die City der Stadt. Der eigentliche Aufzug am nächsten Tag durch das Messegelände verlief ähnlich wie der Marsch 1999 durch die Straßen Trondheims. Die Brasilianer nahmen zwar Notiz und fanden unsere Uniform „schiin“ doch was wir darstellten, konnten sich viele nicht vorstellen. Aufzüge der Berg- und Hütteleute versteht man nur im Erzgebirge richtig. Anders dann beim Einzug in den deutschen Koloniepark. Hier wartete Andreas Martin mit dem gesägten Holzbergbeamten und viele deutschstämmige Brasilianer auf die Freiberger in ihren historischen Uniformen. Interessant für die Reiseteilnehmer war, wie multikulturell hier auf kleinstem Raum gefeiert und gearbeitet wurde. Der Bürgermeister des Nachbarorts Estrela, ehemals von italienischen Auswanderern gegründet, freute sich, die deutsche Reisegruppe begrüßen zu können. Nächste Ziele waren Santa Cruz do Sul, das Weingebiet um Bento Goncalves, Gramado und Canela.

Bevor wir die letzte Nacht in der Bundeshauptstadt Porte Alegre verbrachten, war der Atlantische Ozean das Ziel. Bei herrlichem Wetter und zirka 22 Grad Wassertemperatur gab es für die Vereinsmitglieder kein Halten und es ging ab in die Fluten. Für die Einheimischen war nicht zu verstehen, dass man bei dieser tiefen Temperatur baden gehen kann. Der am Abend verabreichte Whisky „Nationale“, der Caipirinha und das „Eisbier“ sorgten für ausgelassene Stimmung im Hotel, und die Jugend von Torres schaute recht erstaunt, was für eine Stimmung Sachsen beim „Holzmich´l“ entwickeln können. Es gibt aber auch böse Zungen, die behaupten der 1. Vorsitzende hätte durch die Polonaise glatt den Rückflug verpasst, wenn ihn seine Frau nicht mitgenommen hätte.

Abschied von einer wunderbaren Reise nahmen in Sao Paulo dann über 70 Freiberger von ihren brasilianischen Reiseleitern Suzi, Raquel und Paulo und von den Vereinsmitgliedern, die noch eine weitere Woche Brasilien kennen lernen wollten.

Autor: Knut Neumann