22.07.2017 Die Fachgruppe Bergbaugeschichte begeht den Bergstreittag Drucken

Gemeinsam mit Bergkameraden aus Brand-Erbisdorf trafen sich Mitglieder der Fachgruppe Bergbaugeschichte der HFBHK am traditionellen Treffpunkt Hungerborn im Freiberger Stadtwald. Die „Jugendbrigade“ der Fachgruppe hatte dafür gesorgt, dass der Weg begehbar, wenn auch reichlich feucht war.

Die am 12. Juni dieses Jahres von der Fachgruppe schon einmal besuchte „Carlowitz-Lärche“, bekam inzwischen eine Stele mit einem Text, der an den Zweck und die Historie der Anpflanzung erinnert. Siehe dazu auch das Foto, das von Bergkamerad Siegfried Kröber zur Verfügung gestellt wurde.

Klaus Richter, unser beflissener Autodidakt der Bergbaugeschichte des Freiberg und Brander Reviers, machte uns dann mit einigen Ereignissen um den Rotvorwerksteich bekannt. Dieser war als Kunstteich Teil des genialen Systems der Aufschlagwasserversorgung für das Bergrevier, erdacht und realisiert vom Bergmeister Martin Planer. Er sammelte bei St. Michaelis das Wasser des Hungerborns und weiterer Zuflüsse als Reservoir für niederschlagsarme Zeiten. Seine Fläche fiel später trocken und dient nunmehr seit 1992 als Regenwasserrückhaltefläche für das jetzige Gewerbegebiet Rotvorwerk.

Weniger bekannt sein dürfte, dass der Teich ein "beliebter" Ort für Suizide war. Am tragischsten war wohl der Fall des Freiberger Feuerwerkers Christian Gottlob Hähnel. Dieser hatte, so die naheliegendste Erklärung, aus Schwermut (neudeutsch: Depression; gegenwärtig inflationär gebrauchte Vokabel für alle Varianten von psychischen Erkrankungen) erst seine Frau umgebracht, sie in einen offenen Schacht der Reichen Zeche gestürzt und nachfolgend sich und seinen Sohn (sicher unter Anwendung physischer Gewalt) im Rotvorwerksteich ertränkt; geschehen 1795...

Der Bergstreittag klang für die Beteiligten mit einem Bergbier und einem Imbiss in der Forsthütte im Hospitalwald aus.

Die Organisatoren dieses Tages seien mit einem herzlichen "Glück auf!" bedankt.

Bergkamerad Eberhard Pönitz

 
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