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23.04.2018 - Der gemischte Chor der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft feiert sein 25-jähriges Bestehen Drucken

Die Silber-, Berg und Universitätsstadt Freiberg befindet sich im Rausch, im Silberrausch. Sie feiert mit einem Festjahr 850 Jahre erster Silberfund und 800 Jahre Ersterwähnung, dunnemals unter der Benennung „fryberch“.

Die Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft ist - wie könnte es in Freiberg anders sein - in vielfältiger Art und Weise in das Programm des Festjahres eingebunden, so gibt es im Mai ein Wochenende zum Thema „Klingende Montanregion“. An diesem wird am Freitag, dem 25. Mai, ein berg- und hüttenmännisches Festkonzert stattfinden u.a. mit der Aufführung des Singspiels „Der Bergmannsgruß“ von Anacker und Döring sowie Beethovens Chorfantasie op. 80 für Klavier, Chor und Orchester. An diesem Konzert wird der gemischte Chor der HFBHK einen gebührenden Anteil bestreiten. Und um diesen Chor geht es in diesem Beitrag, denn er feiert im Rahmen des städtischen Festjahres am 23. April die 25-jährige Wiederkehr der 1. Chorprobe, die als sein Gründungsdatum gilt.

An diesem  23. April 1993 fanden sich auf Anregung der Bergkameraden Johannes Stolle und Nikolaus Schindler ca. 50 Sangesinteressierte aus den Reihen der HFBHK zusammen, um gemeinsam zu singen und vielleicht einen Chor entstehen zu lassen. Als klar wurde, dass es um die Pflege bergmännischen Liedgutes ging und dahinter das Mühen um mehrstimmigen Gesang und durchaus nicht einfacher Liedtexte stand, verschwanden ziemlich schnell alle, bei denen nur Strohfeuer brannte…

Es waren schließlich etwa 30 Knappschaftsmitglieder, davon 20 Frauen und 10 Männer, die sich auf den mühsamen Weg zu einem berg- und hüttenmännischen Chor machten. Bereits zu Beginn der Adventszeit 1993 trat man mit bewundernswertem Mut und Optimismus, gemeinsam mit dem damaligen Domkantor Hans Otto, zu einem „Konzert mit Bergmanns- und Weihnachtsliedern“ an. Dieses Konzert begründete eine Tradition, die auch heute noch wirkt, gab es doch am 2. Dezember 2017 das 25. Museumskonzert und zeitgleich den 250. Auftritt des HFBHK-Chores.

Der plötzliche Tod des ersten Chorleiters Johannes Stolle im September 1997 verursachte eine jähe Zäsur und brachte dem Chor die Bedrohung seiner Existenz. Durch freundliche Unterstützung von Leitern anderer Chöre wurde dieses äußerst unsichere Interim „durchlitten“. Es begann 1998 eine neue und erfolgreiche Zeit des Chorgesangs, als Andreas Schwinger schließlich das musikalische Zepter übernahm.und zusammen mit Hermann Fleischer, der die organisatorischen Belange „managt“, die Chorgeschicke leitet. Inzwischen sind wir eine von sieben Fachgruppen der HFBHK, nehmen an Berg-und Hüttenparaden teil und bescheren dem Verein auch manche„Zuflüsse“ in die Vereinskasse,

Mit „Förderung durch Forderung“ von Seiten des neuen Chorleiters sowie mit Engagement und Fleiß aller Chormitglieder entstand über die Jahre hinweg ein Repertoire von Bergmanns-, Volks- und Weihnachtliedern, das nicht nur eine Qualitätssteigerung des Chorgesangs mit sich brachte, sondern die Mitwirkung des Chores an vielen bergmusikalischen Veranstaltungen (Frühlingssingen, Freiberger Weihnacht, Begleitung des Berggottesdienstes zur Mettenschicht u. a.) unverzichtbar machte.Die verdiente Anerkennung seiner Arbeit fand in der Verleihung des Titels „Bergliedermeister“ vom Sächsischen Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine an Andreas Schwinger seinen Ausdruck

Nun glaube aber keiner, dass solche Leistungsverbesserungen von allein kämen oder so nebenbei erreicht werden könnten. Traditionspflege des speziellen bergmännischen Liedgutes verlangt von denen, die sich ihr verschrieben haben, viel persönlichen Enthusiasmus. Dem Komponisten Gustav Mahler wird der Satz zugeschrieben: „Tradition ist nicht Anbetung der Asche, sondern Weitergabe des Feuers.“ Und es sollte hinzugefügt werde. „Um Feuer weiterzugeben, muss man selbst brennen.“ Eben hier beginnt das Komplizierte der Chorarbeit. Viele der historisch überkommenen Lieder aus dem Bergbau und dem Hüttenwesen sind nicht so einfach zu erschließen; die Texte und die Melodien sind anfangs sogar spröde und z.T. widerborstig. Erst nach und nach, wenn in den vier Stimmlagen langsam Festigkeit einzieht und der Zusammenklang hörbar wird, wandelt sich der anfangs spröde Gesang in Wohlklang. Nicht anders ist es mit den Texten. Ohne Textverständnis, ohne Textbegreifen ist das volle Engagement jedes Chormitgliedes nicht zu erreichen. Dieses Textverständnis verlangt u.a. von den Sängerinnen und Sängern, die im bisherigen Leben kaum oder nicht mit dem Arbeitsleben der Berg- und Hüttenleute in Berührung kamen, das Hineindenken in dieses Milieu. Eine Befahrung der Lehrgrube der Bergakademie „Reiche Zeche“ unter sach- und fachkundiger Führung durch unser Chormitglied Jochen Walther war da schon äußerst hilfreich.

Aktuell gehören nunmehr 36 Bergkameradinnen und Bergkameraden zu uns. Die Chorgemeinschaft lebt auch außerhalb der Proben und pflegt die Geselligkeit. Wir mussten aber auch schon das Anfahren von einer Bergkameradin und von drei Bergkameraden zur „Letzten Schicht“ verkraften…

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist das Erscheinungsbild des Chores mit den historischen Uniformen der Berg- und Hüttenleute sowie die zughörige Bekleidung unserer Chordamen. Dieses versetzt uns darüber hinaus in die Lage, mit den Chorauftritten auch Uniformpräsentationen einzubeziehen und unseren Verein vielen Besuchern bekannt zu machen. Wenn man von Bergmannschören spricht, hat man zumeist Männerchöre vor Augen; unser Knappschaftschor war aber von Beginn an ein gemischter Chor. Auch das hat unserem Repertoire zum Vorteil gereicht

Mit Fug und Recht kann man konstatieren, dass über die 25 Jahre seines Bestehens der Chor der HFBHK zu einer musikalisch wie menschlich harmonischen Gemeinschaft geworden ist.

Die wöchentliche, in der Regel 90 minütige Probe ist Grundlage für die durchschnittlich 10 Auftritte, die im Jahr stattfinden. dazu zählen 2 – 3 eigene Konzerte, die Mitwirkung an Veranstaltungen der HFBHK und städtischen Veranstaltungen.

Bergkamerad Dr. Eberhard Pönitz

 
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