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18.12.2014 - Festveranstaltung 100 Jahre Kavernenkraftwerk auf dem Dreibrüderschacht Drucken

Eine geniale Idee sächsisch-bergmännischer Ingenieurskunst führte vor 100 Jahren nach der (zunächst endgültigen) Einstellung des Freiberger Bergbaus auf Grund des Silberpreisverfalls, zu einer effektiven energetischen „Nachnutzung“ einer seiner Hinterlassenschaften. Der Dreibrüderschacht , geteuft von 1791 bis 1818, erlebte 1914 eine neue Blüte. Durch den Anschluss des Freiberger Kunstgraben-, Röschen- und Teichsystems – seit dem 16. Jahrhundert auf- und ausgebaut – an den Rothschönberger Stolln bot sich eine rationelle Nutzung der potentiellen Energie des gigantischen untertägigen Wasserspeichers an.

In einer Kaverne, bei einer Teufe von 270 m, wurden Turbinen und Generatoren installiert, die Strom für das Umland und auch für die sich etablierende Bergbau-Nachfolgeindustrie (z.B. das Porzellanwerk oder die Elite-Automobilfabrik) erzeugten. Zusammen mit dem Oberwerk am Konstantinschacht (Außerbetriebstellung 1968) lieferte das Unterwerk am Dreibrüderschacht bis 1972 Elektroenergie ans Netz.

Aus der Anfangszeit sind uns Gedanken des Oberbergrats Oscar Reinhold Lange von der Himmelsfürst Fundgrube erhalten geblieben. Er gilt als einer der Vordenker des Projekts und späterer Betriebsdirektor des Revierelektrizitätswerks und beschäftigte sich seit 1911 mit der Idee eines Kavernenkraftwerks:

„So ist der alte Erzbergbau nicht völlig tot, sondern lebt fort in seinem ältesten und jüngstem Kinde, der Revierwasserlaufanstalt und dem Revierelektrizitätswerk. In zwei seiner alten Schächte fahren noch täglich ehemalige Bergleute, die sich elektrisch umgestellt haben, mit Glückauf ein und aus, und wenn sie auch nicht mehr blinkendes Silbererz zu Tage fördern, so fördern sie tief aus dem Schoß der Erde ein anderes wertvolles neuzeitliches Gut: elektrische Energie.“

6 Tage vor dem 100. Geburtstag des Kavernenkraftwerkes (Inbetriebnahme am 24.12.1914) fand auf dem Gelände des Dreibrüderschachtes eine Festveranstaltung des Fördervereins statt.

Ein Fackelspalier aus Bergleuten der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft sowie der aktuellen Belegschaft des derzeitig im Schacht tätigen Schachtbauunternehmens erzeugte zusammen mit dem Bergmusikkorps „Saxonia“ eine stimmungsvolle Kulisse für die Feierstunde. Begrüßungsansprachen und Bergmärsche im Wechsel bildeten das Programm. Alle Redner erinnerten an die Historie und die Bedeutung des Objekts, das (hoffentlich!) in nicht allzu ferner Zukunft zum UNESCO-Weltkulturerbe „Montanregion Erzgebirge“ gehören wird. Letztlich klang in allen Redebeiträgen die Hoffnung an, die erfolgreiche Sanierung der Schachtanlage incl. Kavernenkraftwerk mögen zu neuem Aufschwung führen..

Wie nicht anders denkbar, beschloß der gemeinsame Gesang des Steigerliedes die Gedenkstunde. Als Zugaben an den runden Geburtstag gab es noch einen Salut von 100 Böllerschüssen.

Bergkamerad Dr. Eberhard Pönitz

 
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