Die Gebläse im Hüttenwesen Drucken
Wichtig für die Hüttenverfahren war die Versorgung der Schmelzöfen mit Luft (Sauerstoff). Diese Maschinen zur Erzeugung und Fortleitung zusammengepresster Luft (Wind), nennt man Gebläse. Mit dem Wind soll zum einen eine Steigerung der Verbrennungsintensität – hohe Temperatur beim Schmelzen – und zum anderen eine oxydierende Wirkung, wie beim Abtreiben des Bleis vom Silber, erreicht werden. Bei den ersten metallurgischen Öfen reichte die Umgebungsluft für die Verbrennung und damit für den Schmelzprozess aus. Um aber die Leistung zu erhöhen, setzte man zu dieser Zeit schon Gebläse ein. Man legte deshalb die Hütten stets an Flüssen an, um die Wasserkraft zum Antrieb der Gebläse auszunutzen. Das älteste Gebläse bestand aus einer zusammengefügten Tierhaut. Später kam Leder zum Einsatz und man benutzte Konstruktionen aus Holz, so wie bei Agricola beschrieben. Man bezeichnete diese Gebläse auch Balgengebläse. Im 18. Jahrhundert entstanden die Kastengebläse und später durch Einsatz von Eisen die Zylindergebläse. Bei diesen Gebläsen kann entsprechend der Größe und der Anzahl der Zylinder der Windbedarf für mehrere Öfen erzeugt werden. Durch die erhöhten Erzlieferungen und den Einsatz von Steinkohle ab 1823 in den Freiberger Hütten, war der Einsatz neuer Gebläse notwendig. Bis zum Beginn der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts konnte die vollständige Erneuerung der Winderzeugung abgeschlossen werden. Die ledernen und hölzernen Balgengebläse mussten den modernen Zylinder- und Schraubengebläsen weichen.
 
 

Besichtigungsmöglichkeiten


Geöffnet ist das technische Denkmal Zylindergebläse Muldenhütten zum Tag des Berg- und Hüttenwesens am ersten Sonntag im Juli und nach Voranmeldung.

Kontaktperson für Gruppenführungen ist Roland Kowar, Tel.: +49 3731 32981